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Die Altstadt

Die Wurzeln der Leeraner Altstadt reichen bis ins späte Mittelalter zurück. Damals dehnte sich der Ort von der Ems immer mehr in Richtung Leda-Schleife aus. Handelsschiffe konnten hier besser anlegen, leichter entladen und beladen werden.

Die ältesten Wohnhäuser in der Altstadt stammen aus dem 16. Jahrhundert. Noch älter ist nur die Haneburg, um 1480 erbaut, ein Baudenkmal aus der Zeit der „ostfriesischen Häuptlinge“.

Eine Bürgerbewegung in den 70er Jahren verhinderte den Abriss all der schönen kleinen wie großen Häuser in der Altstadt. Die damals initiierte Sanierung konnte viele Bauten vor dem Abriss retten. Vorher waren ganze Straßenzüge am Westerende und an der Blinke dem Stil der „Neuen Heimat“ und für breitere Straßen (Blinke, Kreuzung Deichstraße/Ubbo-Emmius-Straße) abgeräumt worden. Auch für die vielen kleinen „Weber- und Friesenhäuschen“ im Kern der Altstadt war die Zeit abgelaufen.  Parkplätze (Reformierter Kirchgang,  Große Bleiche) und Beton (Kleemannbunker) waren damals angesagt.

Die Nähe zu den Niederlanden prägte immer wieder den Baustil von kleinen wir großen Backsteinhäusern. Exemplarisch erwähnt an dieser Stelle: die Waage von 1714 im niederländisch beeinflußten norddeutschen Barock. Das noch verhältnismäßig „junge“ Rathaus ,1889-1894 entstanden, spiegelt den deutsch-niederländischen Renaissancestil.
Spielerische Ornamente aus dem Barock zieren heute die Eingangstür des im Jahre 1643 errichtete „Haus Samson“ in der Rathausstraße, das Stammhaus der Weinhandlung I.W. Wolf. Hier kann man die in der Altstadt hergestellten regionalen Spirituosen erwerben und im Privatmuseum der Familie Wolf die Wohnkultur des 18.und 19. Jahrhunderts bestaunen.

Leer ist die Tee-Stadt in Ostfriesland. Wissenswertes zum Thema zeigt das Tee-Museum in der Brunnenstraße. Das Leeraner Tee-Handelshaus Bünting prägt die regionale Tee-Kultur der Ostfriesen seit über 200 Jahren. Führungen und Seminare in der Tee-Akademie widmen sich den Eigenarten der ostfriesischen Tee-Kultur.

Gleich gegenüber befindet sich eine der letzten kleinen Bäckereien in der Altstadt. Die Bäckerei Aits stellt auch heute noch die landestypischen Backwaren her: Ostfriesisches Schwarzbrot, KrintStuut (Rosinenbrot), Schneckenkuchen, Rullerkes (Neujahrsröllchen) und vieles mehr.

Edle Metalle und kunsthistorische Einflüsse aus dem Orient prägten einst die hohe Zeit des ostfriesischen Filigrans. Heute kann man der Goldschmiedemeisterin Traute Zahn in der Rathausstraße bei der kreativen Herstellung alter wie neuer Schmuckformen zuschauen.

Wer mehr von der Altstadt erleben und erfahren möchte, sollte dies bei einer Führung tun. Die Termine der Stadt- und Rathausführungen findet man im Aushang beim alten Rathaus. Gruppen- und Sonderführungen werden über die Tourist-Information organisiert.
In der Saison kann man auch eine Hafen-Rundfahrt mit der „Koralle“ buchen. Kapitän Brinkmann von der gleichnamigen Reederei an der Rathaus-Brücke erzählt die Anekdoten aus der Zeit als Ebbe und Flut das Hafenbild der Altstadt prägten und die Nesse-Insel den Milchvieh-Bauern aus Esklum gehörte.